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BeitragVerfasst: 25. September 2008, 10:23 
Also ich will mich auch mal anschließen.
Wir haben eigentlich immer Hunde gehabt. Bis auf wenige Ausnahmen immer welche von Rettungs-Aktionen. Zuhause, wo ich groß geworden bin, hatten wir immer Bernhardiner. War echt toll, als Kind mit denen rumzutoben. Zumal unser Grundstück so groß ist auf'm Berg, daß wir immer "Abenteuer" erleben konnten.

Mein Mann hatte auch immer Hunde. Sie haben bei seinen Eltern im Schnitt so 250 Schafe. Demensprechend hatten sie immer Hütehunde (=Gebrauchtshunde). Meist selbst gezüchtet und auch ausgebildet. Das waren in der Regel Altdeutsche Schäferhunde oder Border Collies, wobei sich die Border nicht soo gut geeignet haben (sie treiben zu viel)

Also ich von daheim ausgezogen bin, habe ich auch immer "nebenbei" mit Hunden zu tun gehabt. Teils in Betreuung, teils eigene. Das waren auch immer große. Außer mal einem Beagle. Aber sonst Dalmatiner aufwärts.
Da wir auch immer Pferde hatten, mußten unsere Hunde groß sein. Ich habe es immer für unvernünftig gehalten, wenn man Mini's (damals für mich Kniehöhe abwärts) zwischen den Pferden rumlaufen läßt. Und beim Ausreiten kann man die auch nicht mitnehmen. ...So dachte ich damals....
Irgendwann mußten wir wegen der Schwangerschaft die Pferde verkaufen. Wir haben unserem damaligen Hund (ein griech. Strandmix) einen schönen Platz gesucht und hatten außer unseren Vögeln kein Haustier mehr.
Aber irgendwann sind wir alle irgendwie unruhig geworden. Das Tiere versorgen hat gefehlt. Wir haben Echsen gehabt, aber das kann man einfach nicht vergleichen. Und da der Verkäufer uns falsch beraten hat, haben wir irgendwann entschieden, die müssen weg in artgerechtere Haltung (sie wurden fast doppelt so groß, wie der Verkäufer gesagt hat). Das Problem haben wir optimal gelöst.
Die Vögeln mußten wir hergeben, weil das Pärchen immer gebrütet hat und der andere Großsittich immer "gemordet" hat. Die kamen in eine sehr große Freivoliere zu einem Züchter und sind heute mehrfach glückliche Eltern.
Wir hatten kein Haustiere mehr und waren sehr, sehr unglücklich. Nur unsere Große hat noch ihre Zwerghamster. Hm...Auch nicht wirklich das, was wir wollten.

Und dann ist die Entscheidung gefallen: Es muß wieder ein Hund her. Nur welcher? Erstmal haben wir unsere Jüngste auf ihre Hundetauglichkeit "getestet". (Ging ganz einfach, da wir im Bekanntenkreis von Kleinhunden wie Mini-Yorki bis zu Hovawart einiges vertreten haben.) Als das in Ordnung war, ging es weiter. Nachdem wir mit unserem Vermieter gesprochen haben, war das "okay" da. Es darf ein Hund sein, der aber niedriger wie 30 cm hoch ist.
Und dann kam die Suche. Erstmal in Tierheimen, sowohl im In- als auch im Ausland. Aber irgendwas hat nie gepaßt:
Langhaar (bin ich allergisch drauf)- geht nicht
Keine Kinder- Bitte? Ich werde deswegen doch nicht meine Mädels hergeben
Keine Männer- Ohne Männer? soll ich meinen in der Arbeit abstellen und wenn ich ihn mal brauche, den Hund irgendwo abgeben, damit mein Mann reinkann? Ne...
Nur mit Garten- Hatten wir leider noch nicht. Zwar sehr große Wohnung, sonnig, mit 2 Balkonen, aber eben kein Garten.

Naja. Und wenn dann mal alles gepaßt hat, dann hat uns der Hund so nicht gefallen. Die Optik ist zwar das letzte, was bei uns mitsprach, aber auch das Herz muß mitreden.

Es war ein Montag (seitdem sind die Montage bei uns "magisch"). Ich bin abends mal durch's I-Net und habe da mal gestöbert. Und da bin ich auf eine Anzeige gestoßen:
Prager Rattler- Welpen. Mit einem ganz lustigen Bild. Prager Rattler? Kenn ich nicht. Schaatz! Schau mal! Kennst Du die Rasse? Nee. aber für die würde ich bis nach Hamburg oder Berlin fahren. Wo sind die denn?
Ich habe Kontakt zu der Züchterin aufgenommen . Was soll ich sagen? Die Welpen waren, natürlich-wie sollte es auch anders sein?- schon verkauft. Aber es war nach ungef. 3/4 Jahr noch ein Wurf geplant mit der anderen Hündin. Schön.
Die Zeit haben wir genutzt, um uns noch näher zu informieren, wobei die Züchterin mir wirklich zu jeder Frage ausführlich und genau geantwortet hat. Die ganze Zeit über habe ich mit der einen Hündin von ihr geliebäugelt. Sie hat mir sooo gut gefallen, aber sie hat sie natürlich nicht hergegeben. Obwohl ich bei jeder Mail und jedem Telefonat gefragt habe.

Es war wieder mal ein Montag. Da kam von ihr eine Mail: Der Züchter von ihrer Hündin, die ich so mag, muß von heute auf morgen aufhören und in seine Heimat Griechenland zurück gehen. Sie hat eine Hündin mit 4 Welpen da. Es sind die Halbgeschwister von ihrer Hündin. Und es waren 2 Rüden dabei. (Wir wollten nur einen Rüden.) Wir können einen Rüden haben. Auf jeden Fall fuhr mein Mann am Samstag nach der Arbeit hin und hat unseren Laurin gekauft.
Eigentlich wollte ich ja den anderen, weil er so lustige Ohren hatte. Aber Laurin war derjenige, der vom ganzen Rudel als erstes auf meinen Mann zukam. Und er wußte, entweder Laurin oder keiner. Heute wissen wir ganz genau: Wenn alles mit Laurin nicht soo gut geklappt hätte, dann hätten wir heute nicht so viele und wären erst gar nicht infiziert.
Die Züchterin hat uns noch mit jede Menge Tipps, Halsband und Leine, Futter und Spielzeug versorgt und so zog unser Großer bei uns ein.

Die erste Zeit war anfangs ein wenig anstrengend, aber sooo schön. Trotzdem wir die Eltern kennen, so hat es uns immer interessiert, von Fachleuten die Bestätigung zu bekommen, daß Laurin wirklich dem Standard entspricht. Also sind wir, rein aus Gaudi zu unserer ersten Ausstellung. Naja, er hat Papiere bekommen und ist hoch gelobt worden. Damals waren wir sehr stolz und glücklich. Und wir wurden da schon ein wenig Richtung Zucht geschoben.
Wir haben uns weiter informiert. Wir waren im I-Net und haben viel gelesen. Wir haben Kontakte zu den ersten Züchtern in der CZ geknüpft und da sehr viele Informationen bekommen. Die Kontakte zu den Züchterin in D waren damals noch sehr mager (gab ja nicht so viel) und die Info's, die man da bekam, waren teilweise sehr widersprüchlich.

Es war wieder ein Montag. Ich mal wieder die Anzeigen durchgelesen und da war sie. Die Anzeige von unserer Hündin. Oh Mann, wenn Ihr die gesehen hättet! Ihr hättet Euch auch auf der Stelle verliebt. Im wahrsten Sinne eine Handvoll Hund vom Aussehen eines Großen. Ich zu meinem Mann: Schaatz! Sieh mal. Ist die nicht knutschig? Meinst Du nicht, die wäre eine tolle Spielgefährtin für unseren Laurin? Hm...Hast recht. Ruf mal an. Also ich Kontakt aufgenommen und Sonntag abend hat mein Mann den Hund in Heilbronn abgeholt.
Im nachhinein hätte ich schon stutzig werden müssen. Es war nur eine Handynummer angegeben. Es war ein Tscheche, der etwas wirre Info's gab. Er wußte den Namen der Mutter nicht (wollte er aber bis zur Welpen-Übergabe besorgen), geschweige denn den Namen vom Vater. Die Mutter gehört der Tochter. Es war ein Einmal-Wurf und er hat, da er in D arbeitet, den Welpen mitgenommen zum Verkaufen, weil er "mitbekommen hat, daß hier ein Boom auf die PR sind".
Die Hündin würde bei ihm im Bad leben, weil er morgens um 6 zur Arbeit geht und abends erst um 20.00 Uhr heimkommt. Da darf sie dann raus. (Nachts mußte sie aber wieder rein, weil die Wohnung Teppichboden hat) Er hat sie einmal (noch in der CZ) mit in den Wald genommen, wo sie sich wegen fehlendem Impfschutz was geholt hat. Der TA drüben hat sie behandelt. Ich bekäme eine Zettel mit, wo das Medikament drauf steht und wann es wieder gespritzt werden muß, damit mein TA hier die Behandlung weiter machen kann.
Und so zog Florine bei uns ein. Eines weiß ich: Wäre ich dabei gewesen beim Abholen, ich hätte den Hund dort gelassen. Mein Mann hat mir ein vollkommen verängstigtes Bündel Hund in den Flur gesetzt. Sie hat so gezittert vor Angst, daß sie umgefallen ist. Der Schwanz war wie bei einem Schwein über den Rücken gekringelt. Und sie abgemagert bis auf die Knochen. Ich hätte nur noch heulen können. Das hat man von einem "blinden" Liebeskauf.

Am nächsten Tag war ich gleich bei unserer damaligen TÄ. Sie war entsetzt. Der Verkäufer war natürlich, wie sollte es anders sein?, nicht mehr erreichbar. Das Mittel, das der TA in der CZ Florine gespritzt hat, hätte für einen Schäferhund von der Zusammsetzung her gereicht. Aber nicht für einen Mini. Dieses Mittel hat dem ganzen Körper massiv geschadet. Irgendein Instinkt lies mich morgens den Kot von Florine einpacken und mitnehmen. Bei der Untersuchung kam raus, daß Florine 5 versch Bakterien (!!!) im Darm hatte, der ohne Behandlung tödlich endet. Die Rute war in der Badezimmer-Tür eingeklemmt. Ich war am Ende. Immer, wenn ich alleine war und dieses Bündel -ja, was? Leben konnte man das nicht nennen- Hund gesehen habe, sind nur noch die Tränen gelaufen und die Angst um sie hat mich fast umgebracht.

Aber ich habe den Kampf aufgenommen. Ich habe erst mit einer Spezialdiät angefangen, den geschwächten Körper zu stärken und aufzubauen. Der Darm wurde behandelt. Und ich fing vorsichtig an, sie auch mit der Umwelt vertraut zu machen.
Sie hatte ja nur Angst. Wenn irgendwas war, hätte sie am liebsten die Leine zerrissen und wäre weggerannt. Es war entsetzlich, dieses innere Leiden sehen zu müssen.

Aber ich habe den Kampf gewonnen. Sie hat mit einem Jahr die ZTU mit Auszeichnung geschafft. Sie hat ihre Ängste so weit verarbeitet, daß sie sich auf Ausstellungen stolz präsentiert. Sie läßt sich von Fremden untersuchen, ohne wieder in ihre Zitterei vor Angst zu kommen. Und sie hat sich seit etwa Febr. d.J. so toll weiter entwickelt, daß wir die Verpaarung gewaagt haben. Und sie hat eine gesunde Tochter ohne Probleme auf die Welt gebracht und ist eine prächtige Mama. Wir sind sooo stolz auf Florine!

Aber schon im Laufe der Anfangs-Zeit hat sich bei uns der Gedanken entwickelt, daß wir uns für diese tolle Rasse einsetzen wollen. Die Geschichte ist so traurig. Und es wäre schade, wenn es diese wunderbaren Hunde irgendwann nicht mehr geben sollte. Außerdem wollten wir unseren Beitrag lesiten, daß solche Leute wie dieser Verkäufer von unserer Florine keine Chance mehr haben.
Wir haben gezielter mit Züchtern Kontakte geknüpft. Wir haben dazu gelernt, was Vereine, Zucht, Genetik, Haltung, Ausbildung, etc. angeht. Vor allem aber haben wir fest gestellt, daß man eine gute Zucht eigentlich nur mit Hunden aufbauen kann, die eine volle Ahnentafel haben und die aus einer gesunden Zucht stammen.
Durch Zufall haben wir nach drüben zu einigen von den besten Züchtern guten Kontakt bekommen. Die Informationen und die Kontakte sind uns viel wert und letztes Jahr im Oktober ist unser "Kleiner" eingezogen. Er hat eine volle Ahnentafel und von den Farbgenen ist alles möglich und kommt aus einer Zucht, wo sehr großen Wert nicht nur auf standard-mäßige Reinrassigkeit gelegt wird, sondern wo auch die Gesundheit im Vordergrund steht. (Genau das, was wir gesucht haben) Er ist der Papa von unserer Akasha. Unserem ersten Nachwuchs, der sehr gut entwickelt.
Gleichzeitig haben wir auch Kontakte zu Züchtern aufgebaut, teilweise über Umwege, die sehr verantwortungsbewußt die schokobraunen PR züchten. Leider gibt es noch nicht soo viele Züchter, die das mit allen Untersuchungen, etc. so machen. Aber wir sind jetzt schon fast 3 Jahre auf der Warteliste bei ganz bestimmten Hündinnen und mit etwas Glück werden wir auch einmal aus diesen gezielten Verpaarungen einen schoko-Nachwuchs haben.

Was soll ich abschließend sagen? Wir sind alle absolut infiziert. Mit dem seeehr gefährlichen Virus des "Prager Rattler-Virus"....Wir warnen jeden vor den "blinden Liebeskäufen", die leider meistens schief gehen. Und wir möchten jedem Mut machen, daß es sich wirklich lohnt, wenn man wartet...

So. Etwas lang. Aber was soll's...


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 25. September 2008, 10:23 


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BeitragVerfasst: 25. September 2008, 10:47 
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Rattenschreck
Rattenschreck

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ich find es so klasse das immer mehr von ihren geschichten erzählen!

schöne geschichte monika! ich halt euch für die zukunft ganz fest die daumen u wünsche euch nur das beste auf erden!!!

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BeitragVerfasst: 25. September 2008, 11:24 
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Auch Deine Geschichte Monika ist super und in jeder kann ich mich ein wenig mit hineinversetzen,auch ich hatte bis meine Enkelkinder auf die Welt kamen Hamster .Hätte bestiimmt heute noch welche wen ich nicht eines Tages nach dem wieder einer gestorben war alles geputz und im Tierheim abgegeben hätte.
Mein Mann war damals sehr froh darüber den mit so kleinen Tieren konnte Er nichts anfangen.

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BeitragVerfasst: 25. September 2008, 20:11 
Super bericht, hab es grade erst geschafft alles zu lesen.
:freu:


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BeitragVerfasst: 26. September 2008, 14:15 
Schlimm was Florine alles durchstehen musste, um bei Dir endlich glücklich sein zu können. Solche Geschichten machen mich immer sehr traurig, bestärken mich aber auch darin, dass es richtig ist, lieber etwas länger zu warten, lieber etwas mehr Geld auszugeben, dann aber einen glücklichen, gesunden Welpen, der ordentlich aufgewachsen ist zu bekommen.

Liebe Grüße
Bianca


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BeitragVerfasst: 26. September 2008, 16:34 
endlich weiß ich auch bescheid über deine PR. ich hab mich nie getraut zu fragen was genau mit Florine war. jetzt verstehe ich was du mit "sie hat sich toll entwickelt" meinst. Sie ist einfach süßer tolle hündin.


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